Die heilige Barbara lebte
im 3. Jahrhundert in Kleinasien. Heute heißt die Stadt Izmit und ist eine
türkische Stadt am Marmarameer (nördliches Istanbul). Ihr Vater, ein Heide,
liebte seine Tochter über alles. Da er jedoch auch sehr eifersüchtig und argwöhnisch
war, sperrte er sie immer in einen Turm ein, wenn er verreisen mußte.
Obwohl Barbara sehr reich
war, war sie dennoch sehr einsam und unglücklich. Als sie dann die christliche
Religion kennenlernte, sah sie in einem christlichen Leben ihre Aufgabe und ließ
sich taufen. Dies war in der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius in
den Jahren 249-251.
Die Legende erzählt nun,
daß der Vater als er von einer Geschäftsreise zurückkam, erstaunt feststellte,
daß der Turm statt zwei Fenster wie bisher drei Fenster aufwies. Als er seine
Tochter zur Rede stellte, gestand sie ihm, daß sie Christin sei und zur
Erinnerung an die heilige Dreifaltigkeit drei Fenster im Turm haben wollte.
Der Vater war entsetzt und
versuchte alles, um sie vom Christentum loszureißen. Aus Enttäuschung und Wut
über ihren Starrsinn zeigte er sie selber an.
Sie wurde gefangen genommen und starb für Ihre Nächstenliebe und ihren
Glauben. Den Vater erschlug unmittelbar nach der Untat der Blitz.
Das Brauchtum mit den
Barbarazweigen soll : die eine Version: Es heißt, daß die im kalten Winter
verdorrten Blüten auf dem Grab der im 3. Jahrhundert lebenden heilige Barbara
genau am Abend des 24. Dezember blühten. Dieses Phänomen soll sich alljährlich
wiederholt haben. Bis heute werden am Barbaratag Apfel-, Kirsch-, Kastanien-,
Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweige geschnitten und ins
geheizte Weihnachtszimmer gestellt. Daß Gehölze durch einen frostigen Kältereiz
zum vorzeitigen Blühen gebracht werden können, wurde bereits vor langer Zeit
entdeckt. Die kahlen Zweige wurden in jener Zeit oft mit weihnachtlichem
Schmuck und Süßigkeiten behängt. Die so verschönerten "Barbarabäume"
lassen sich als "Vorläufer" unseres heutigen Weihnachtsbaumes
verstehen. Die andere Version: auf ihre Gefangenschaft zurückgehen. Hier hat
sie einen verdorrten Kirschbaumzweig mit Tropfen aus ihrem Trinknapf benetzt.
In den letzten Tagen im Bewußtsein ihres Todesurteils fand sie Trost darin, daß
der Zweig in ihrer Zelle blühte.
Sie
ist nicht nur eine der 14 Nothelfer der katholischen Glaubenswelt, sondern gilt
sogleich als Schutzpatronin der Artilleristen, Bergleute, die für sie am
Barbaratag ein Licht im Stollen brennen lassen, Gefangenen, Glöckner, (viele
Kirchenglocken tragen ihren Na- men), Architekten und Waffenschmiede. Um den 4.
Dezember als Gedenktag an diese Märtyrerin rankt sich ein reiches Brauchtum.
Besonders bekannt und verbreitet ist die Sitte, am Barbaratag einen Apfel-,
Kirsch-, Kastanien-, Pflaumen-, Holunder-, Rotdorn- oder Forsythienzweig zu schneiden
und in das geheizte Zimmer stellen. Kommt der Zweig gerade am Weihnachtsfest
zum Blühen, so wird das als gutes Zeichen für die Zukunft gewertet.
Patronin des Bergbaus, der Türme, Festungsbauten
und der Artillerie; der Bergleute, Geologen, Bauern, Architekten, Maurer,
Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Elektriker, Metzger, Köche, Glöckner,
Glockengießer, Feuerwehrleute, Totengräber, Hutmacher, Artilleristen und
Waffenschmiede; der Mädchen, Gefangenen, Sterbenden; für eine gute Todesstunde;
gegen Gewitter, Feuersgefahren, Fieber, Pest und jähen Tod
Bauernregeln: "Auf Barbara die Sonne weicht, / auf Lucia sie
wiederum her schleicht."
"Geht Barbara im Klee, / kommt's Christkind im Schnee."
"St. Barbara mit Schnee, / im nächsten Jahr viel Klee."
"Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da."